Never stop fighting.
If you never try, you’ll never know!

Schon seit meiner Geburt bin ich schwerhörig bzw. gehörlos – aber das hat mich nie davon abgehalten, die Welt zu entdecken. Mit zwei oder drei Jahren habe ich bereits Hörgeräte bekommen, die ich anfangs nie tragen wollte. Mittlerweile sind sie aber – wie auch die Gebärdensprache - Teil meines Lebens ;)

 

Meine Eltern waren beide selbst Leistungssportler (Handball Hypo NÖ / Nationalteam und Leichtathletik Diskuswurf, Kugelstoß und Hammerwurf). Ihre sportlichen Gene sind mir in die Wiege gelegt worden. Um meinen Bewegungsdrang zu beruhigen, ist ihnen nichts anderes übrig geblieben, als mich alle möglichen Sportarten ausprobieren zu lassen.

 

Begeisterte Badminton-Spielerin seit der Kindheit

Zum Badminton bin ich mit ca. 7 bis 8 Jahren durch Schulfreunde gekommen und auch dabei geblieben – weil es eine der anspruchsvollsten Sportarten ist, bei der Unmengen an verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefordert werden. Bis ich 17 Jahre alt war, habe ich nur an nichtbehinderten Badminton-Turnieren teilgenommen, weil ich keinen Kontakt zu gehörlosen Sportlern bzw. dem Österreichischen Gehörlosen-Sportverband hatte.

Wiederum durch einen Schulkollegen habe ich die Gebärdensprache gelernt und wurde Mitglied beim Österreichischen Gehörlosen-Sportverband. Seitdem bin ich berechtigt, sowohl an gehörlosen Turnieren (wie WM, EM und Deaflympics) als auch an nichtbehinderten Turnieren (nationale und internationale Turniere, Bundesliga usw.) teilzunehmen.

Professionelle Ausübung und tolle Erfolge

Inzwischen haben sich mein Trainingsumfang und die Trainingsqualität enorm gesteigert. Bereits zweimal habe ich an Weltmeisterschaften (2011, 2015) und dreimal an Europameisterschaften (2009, 2014, 2018) für Gehörlose sowie den Deaflympics (2017) teilgenommen.


Zu meinen größten Erfolgen zählen der Europameistertitel 2018 und die zweiten Plätze bei der EM in Genf und der WM in Sofia 2015. Bei den Deaflympics 2017 verlief es leider nicht nach Plan, da ich mich 9 Monate vor dem Beginn einer Knieoperation unterziehen musste. Dennoch ist der 9. Platz vertretbar, dafür dass ich nur ca. 2 Monate Vorbereitungszeit hatte. Mein nächstes Ziel ist Gold bei den Deaflympics 2021!

 

Ein großer Vorteil der Gebärdensprache

Da ich schon relativ früh meine Hörgeräte bekommen habe und auch recht gut Lippenablesen kann, fällt es mir leicht, mit nichtbehinderten Personen zu kommunizieren. Doch es gibt einige Tücken – sobald jemand zu schnell redet oder nuschelt oder auch zu viele Personen gleichzeitig reden, komme ich nicht mehr mit. Schließlich werden durch Lippenablesen nur etwa 30 % des gesamten Textes wahrgenommen.

Am schönsten und problemlosesten ist für mich die Kommunikation in der Gebärdensprache. Ich sehe es als Geschenk, diese zu beherrschen. So kann ich nämlich mit allen Gehörlosen auf der Welt problemlos kommunizieren – auch, wenn sie nicht Englisch können. ;)

Einige Fakten über mich:

  • Name: Katrin Neudolt
  • Geburtsort und -datum: Mödling, 11.05.1989
  • Wohnort: Maria Enzersdorf
  • Verein: (hörende) Badminton Mödling, (gehörlose) WGSC1901
  • Trainer: Daniel Graßmück, Johann Weitlaner
  • Beruf: Heeressportlerin und Vortragende
  • Studium: MBA Business & Administration in Sport
  • Ausbildung: Bakk. Sportwissenschaften, HTL Information & Netzwerktechnik, Badminton- und Snowboard-Trainerin
  • Hobbys: Fotografie, Sport-Events besuchen und österreichische Sportler anfeuern ;), Reisen, Design, Social Media, mit meinen Freunden einen feinen Abend verbringen, Skifahren / Snowboarden
  • Ziele bei gehörlosen Wettkämpfen:
  • Top 3 bei der WM 2019 im Einzel
  • Top 3 bei den Deaflympics 2021 im Einzel
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  • Ziele bei hörenden Wettkämpfen:
  • Staatsmeisterin 2020
  • Viertel- bis Halbfinaleinzug bei einem International Future / Series Turnier
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  • Lebenstraum: Den Sport zum Beruf machen trotz des "Handicaps"

Katrin Neudolt im Interview mit Whatchado