Katrin

Schon seit der Geburt bin ich schwerhörig/gehörlos aber das hat mich nie aufgehalten die Welt zu entdecken. Mit zwei oder drei Jahren habe ich bereits die Hörgeräte bekommen, die ich Anfangs nie tragen wollte ;). Meine Eltern waren beide selber Leistungssportler( Handball Hypo NÖ/Nationalteam und Leichtahletik Diskuswurf, Kugelstoß und Hammerwurf), ihre Genen sind mir in die Wiege gelegt worden. Um meinen Bewegungsdrang zu beruhigen ist nichts anderes übrig geblieben mich alle Möglichen Sportarten ausprobieren zu lassen. Zum Badminton bin ich durch Schulfreunde(mit ca. 7-8 Jahren) gekommen und auch dabei geblieben, weil es eines der Anspruchsvollsten Sportarten ist, bei der Unmengen an verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefordert werden. Bis ich 17 Jahre alt war habe ich nur an nichtbehinderten Badminton Turnieren teilgenommen, aus dem Grund weil ich keinen Kontakt zu gehörlosen Sportlern bzw. dem Österr. Gehörlosen Sportverband hatte. Wiederrum durch einen Schulkollegen habe ich die Gebärdensprache gelernt und wurde Mitglied beim Österr. gehörlosen Sportverband. Seit dem bin ich Berechtigt sowohl an gehörlosen Turnieren(wie WM, EM und Deaflympics) als auch an nichtbehinderten Turnieren (Nationale + Internationale Turniere, Bundesliga, usw.) teilzunehmen. Inzwischen hat sich mein Trainingsumfang und die Trainingsqualität enorm gesteigert. Bereits dreimal habe ich an Weltmeisterschaften und zweimal Europameisterschaften für gehörlose, Deaflympics teilgenommen. Zu meinen größten Erfolgen zählen bisher der 2. Platz bei der EM in Genf und bei der WM in Sofia 2015. Bei den Deaflympics 2017 verlief es nicht nach Plan, da ich 9 Monate vor dem Beginn eine Knieoperation unterziehen musste, dennoch ist der 9. Platz vertretbar, dafür das ich nur ca. 2 Monate Vorbereitungszeit hatte.

Mein größtes Ziel ist es bei den Deaflympics 2021 die Goldmedaille zu holen, dem Ordne ich alles unter. Auch meine Vision möchte ich zum Ausdruck bringen, nämlich vom Sport leben zu können trotz meines Handicaps. Ab dem 1.11.2017 trat ich den Dienst in der Südstadt beim HLSZ (Bundesheer) an. Das bedeutet für mich eine enorme Steigerung der Trainings- und Lebensqualität, dies ermöglicht mich zu 100% auf Badminton konzentrieren zu können. Weiteres ist es ein Meilenstein für den österreichischen Gehörlosensport, da ich die erste gehörlose Athletin bin die beim Heeressport aufgenommen worden ist. Damit hoffe ich weitere Kinder und Jugendliche zu motivieren bzw. an ihren Zielen zu fokussieren.

Zu meiner Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit: Dadurch das ich relativ früh schon meine Hörgeräte bekommen habe und auch recht gut Lippenablesen kann, fällt es mir leicht mit nichtbehinderten Personen zu kommunizieren. Doch es gibt einige Tücken, nämlich sobald jemand zu schnell redet oder nuschelt oder auch zu viele Personen gleichzeitig reden komme ich nicht mehr mit. Schließlich durch Lippenablesen werden nur etwa 30% des Gesamten Textes wahrgenommen. Bei Interviews und wichtigen Gesprächen brauche ich den Gebärdensprachdolmetscher, es ist Sinne beider Kommunikationspartner das alles korrekt kommuniziert wird. Am schönsten und problemlosesten ist für mich die Kommunikation mit der Gebärdensprache. Ich sehe es als Geschenk diese zu beherrschen. Nämlich ich kann mich mit allen gehörlosen und nicht-behinderten auf der Welt problemlos kommunizieren auch wenn sie nicht englisch können ;).

Fakten:
Geboren: In Mödling, 11.05.1989

Wohnort: Maria Enzersdorf
Verein: (hörende) Badminton Mödling, (gehörlose) NÖSÜDGHSK
Trainer: Daniel Graßmück, Johann Weitlaner

Beruf: Heeresleistungssportlerin
Hobbys: Fotografie, Sport Events besuchen und österreichische Sportler anfeuern ;), Reisen, mit meinen Freunden einen feinen Abend/Nachmittag unternehmen, Skifahren/Snowboarden

 

Ziele bei gehörlosen Wettkämpfen: Top 3 bei den Deaflympics 2021 im Einzel,  Top 3 bei der WM 2019 im Einzel

Ziele bei hörenden Wettkämpfen: Staatsmeisterin 2019 und Viertel-Halbfinaleinzug bei einem International Future/Series Turnier, Meister mit dem Verein AS Logistik Badminton Mödling (2018/2019)

Lebenstraum: Den Sport zum Beruf machen trotz des “Handicaps” und geringer Möglichkeiten.